Gold und Silber als Kapitalanlage - lohnt sich das Sachwertinvestment?

Anleger suchen in der Niedrigzinsphase verstärkt nach Alternativen, mit denen sie eine bessere Rendite als zum Beispiel mit Spareinlagen oder Festgelder erzielen können. Immer öfter fällt die Wahl in dem Zusammenhang auf sogenannte Sachwerte. Dabei handelt es sich beispielsweise um Immobilien, aber ebenfalls um Edelmetalle. Aufgrund der im Vergleich zu anderen Sachwertanlagen wenig komplizierten Struktur ist vor allem die physische Anlage in Gold und Silber zunehmend beliebt. Doch lohnt sich eine Anlage in Edelmetalle überhaupt?

Gold und Silber als Kapitalanlage
© Finanzplaner.org - Gold und Silber als Kapitalanlage

Auf welchen Wegen können Anleger in Edelmetalle investieren? 

Im Hinblick auf das Investment in Edelmetalle gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Wege. Zum einen haben Kunden die Möglichkeit, eine sogenannte physische Anlage vorzunehmen. Dies bedeutet, dass die Edelmetalle in physischer Form erworben werden. Dies funktioniert in aller Regel über Barren oder Münzen. Der andere Weg besteht darin, ein indirektes Investment vorzunehmen. In diesem Fall haben Sie das Gold oder Silber nicht in Händen, sondern das Recht am Edelmetall besteht praktisch in Papierform. Beide Arten der Geldanlage in Gold oder Silber möchten wir im Folgenden näher eingehen. 

Wie funktioniert die physische Anlage in Edelmetalle?

Wie eingangs bereits erwähnt, entscheiden sich Anleger aktuell gerne für ein physisches Investment in Edelmetalle. Dabei sind es in erster Linie die folgenden Edelmetalle, die entweder in Form von Münzen oder Barren am Markt zur Verfügung stehen:

  • Gold
  • Silber
  • Platin
  • Palladium

Die mit Abstand am häufigsten genutzten Edelmetalle sind für Investitionszwecke zum einen das Gold und zum anderen das Silber. Während Gold- und Silberbarren ausschließlich der Kapitalanlage dienen, müssen Sie bei Münzen darauf achten, dass es zum einen Gedenk- bzw. Sammlermünzen und zum anderen Anlagemünzen gibt. Falls Sie die entsprechenden Edelmetallmünzen tatsächlich ausschließlich als Geldanlage nutzen möchten, eignet sich vor allem eine Anlagemünze. Bei Sammler- und Gedenkmünzen kommt noch ein gewisser Sammlerwert hinzu, sodass Sie sich bezüglich der Preise bestens am Markt auskennen sollten.

Das Investment in Edelmetalle auf physischem Wege ist relativ einfach. Sie kaufen die von Ihnen gewünschten Münzen oder Barren und müssen allerdings anschließend dafür sorgen, dass diese sicher verwahrt werden. Dazu bietet sich in erster Linie der Banktresor an, aber auch ein heimischer Safe kann eine - wenn auch nicht besonders sichere - Alternative sein. Im Prinzip müssen Sie jetzt nur noch wissen, wie und wo Sie Goldbarren, Silberbarren, Silbermünzen oder Goldmünzen erhalten. Für gewöhnlich können Sie sich zwischen den folgenden drei Alternativen zum Kauf entscheiden:

  • Banken
  • Händler vor Ort
  • Edelmetallshops

Bei Banken ist das Angebot an Edelmetallen in Münzen- oder Barrenform mittlerweile sehr begrenzt. Viele Kreditinstitute haben sich aus diesem Geschäft sogar vollständig zurückgezogen. Wenn Sie den Kauf vor Ort bevorzugen, bieten sich insbesondere Edelmetallhändler an. Diese sind heutzutage allerdings meistens nur noch in etwas größeren Städten zugegen. Der beliebteste Weg für das physische Investment in Edelmetalle sind mittlerweile Edelmetallshops. Dort können Sie Münzen und Barren bestellen und die Gold- oder Silberstücke werden Ihnen anschließend per Post zugesendet. Aufgrund der Tatsache, dass Sie bei solchen Bestellungen fast immer Vorauskasse leisten müssen, sollte es sich unbedingt um einen seriösen und zertifizierten Edelmetalle Shop handeln.

Welche Vorteile hat das physische Investment in Edelmetalle?

Nicht ohne Grund ist insbesondere das physische Investment in Gold und Silber in den letzten Jahren bei vielen Anlegern beliebt geworden. Grund dafür sind einige Vorteile, durch die sich diese Form der Geldanlage in Edelmetalle auszeichnen kann. Dazu gehören insbesondere:

  • Hohe Transparenz des Preises
  • Rendite / Wertentwicklung ausschließlich vom Edelmetallpreis abhängig
  • Anonymes Investment (bis zu bestimmten Gegenwerten)
  • Sichere Verwahrung im Banktresor
  • Glanz des Goldes und Silber in den Händen halten

Wie erfolgt eine indirekte Geldanlage in Edelmetalle?

Neben dem physischen Investment stehen am Anlagemarkt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, wie Sie auf indirektem Wege in Gold, Silber, Platin oder Palladium investieren können. Diese direkten Investitionsvarianten zeichnen sich dadurch aus, dass in diesem Fall keine Auslieferung der Edelmetalle stattfindet. Stattdessen investieren Sie faktisch in einen Wert, der in Verbindung mit dem jeweiligen Edelmetall steht. Zur Auswahl stehen insbesondere die folgenden Optionen:

  1. Edelmetall-Fonds
  2. Gold- oder Silberaktien
  3. Sachwert- bzw. Edelmetalldarlehen

Mit diesen drei Anlagemöglichkeiten möchten uns im Folgenden etwas näher beschäftigen, da diese bei Weitem nicht allen Anlegern bekannt sind.

Edelmetall-Fonds: Investment meistens in geschlossene Fonds

Bei Edelmetallfonds handelt es sich meistens um geschlossene Fonds. Die entsprechende Gesellschaft sucht in diesem Fall Anleger mit Kapital, damit zum Beispiel die Förderung von Gold im Zuge einer Goldmine finanziert werden kann. Bei Edelmetallfonds investieren Sie Ihr Kapital daher häufig in einzelne Projekte, wie zum Beispiel in den Betrieb einer Silbermine. Daraus ergibt sich unter anderem, dass diese Art der Investition durchaus mit einem höheren Risiko verbunden ist.

Zudem zeichnen sich geschlossene Fonds dadurch aus, dass eine Mindesteinlage von 10.000 Euro oder mehr üblich ist. Zusätzlich binden Sie Ihr Kapital in aller Regel mindestens für einen Zeitraum zwischen vier und fünf Jahren. Auf der anderen Seite sind solche Edelmetall-Fonds durchaus mit einer guten Rendite versehen. Diese hängt allerdings zu einem großen Teil davon ab, wie sich der entsprechende Preis des Edelmetalls am Markt entwickelt.

Gold- und Silber-Aktien: Investment in Edelmetalle über die Börse

Eine relativ indirekte Form des Investments in Edelmetalle stellen sogenannter Gold- oder Silberaktien dar. Diese Aktien werden von Unternehmen ausgegeben, deren Geschäftstätigkeit in größerem Umfang mit Edelmetallen zu tun hat. Dabei kann es sich zum Beispiel um große Goldhändler bzw. Edelmetall-Shops, um Schmuckhersteller oder spezielle Finanzdienstleistungsunternehmen handeln. Der wesentliche Unterschied zur physischen Anlage in Gold besteht bei Gold- und Silberaktien darin, dass Ihre Rendite und somit die Wertentwicklung der Aktien von deutlich mehr Faktoren beeinflusst wird, als es bei Goldmünzen oder Silberbarren der Fall ist.

So spielen für die Kursentwicklung der Gold- und Silberaktien beispielsweise psychologische Faktoren an der Börse eine Rolle, die Entwicklung der Branche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen sowie allgemeinere Faktoren. Tendenziell wird sich eine Edelmetall-Aktie allerdings häufig in die Richtung entwickeln, in die sich auch der entsprechende Edelmetallpreis ändert.

Edelmetall- bzw. Sachwertdarlehen: eine recht junge Anlagealternative

Eine noch relativ neue Investitionsmöglichkeit in Edelmetalle sind die sogenannten Edelmetall- bzw. Sachwertdarlehen. Anbieter sind in diesem Fall meistens spezielle Unternehmen, die Anlegern die Möglichkeit geben wollen, eine gute Rendite mit der Anlage in Edelmetalle zu erzielen. Diese Kapitalanlage funktioniert in der Regel so, dass Sie offiziell Gold, Silber oder ein anderes Edelmetall erwerben. Dafür transferieren Sie an den entsprechenden Anbieter den jeweiligen Gegenwert. Im Unterschied zum physischen Investment werden Ihnen die entsprechenden Gold- oder Silberbarren allerdings nicht zugeschickt, sondern vom jeweiligen Anbieter oder einem kooperierenden Unternehmen verwahrt.

Der Anbieter versucht dann durch den Handel mit Gold oder Silber, gute Erträge zu erzielen. Meistens erhalten Sie für Ihr Sachwertdarlehen einen bestimmten Zins, es gibt allerdings auch Angebote mit einer gewinnabhängigen Beteiligung. Für diese Form des indirekten Investments in Edelmetalle sollten Sie vor allem wissen, dass das Risiko nicht gering ist. Daher ist es wichtig, dass Sie sich zumindest für ein seriöses Angebot entscheiden. In dem Zusammenhang sollten Sie darauf achten, dass Sie auf Abruf jederzeit die Möglichkeit haben, sich die Bestände an Gold und Silber ausliefern zu lassen.