Dividendenrendite bei Aktien - das sollten Anleger wissen

Aktien zählen zwar zu den attraktivsten Investmentmöglichkeiten, aber dennoch entscheiden sich deutsche Anleger nicht besonders häufig für die Wertpapiere. Wer allerdings einmal die durchschnittlich gute Renditen bei einem Aktienwert kennengelernt hat, der bleibt meistens ein Anhänger. Neben den Kursgewinnen gibt es bei vielen Aktien zusätzlich die Möglichkeit, von einer Dividendenrendite zu profitieren. Worum es sich dabei handelt, worin der Unterschied zwischen Dividende und Dividendenrendite besteht und weitere interessante Informationen zum Thema, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Dividendenrendite bei Aktien
© Finanzplaner.org - Dividendenrendite bei Aktien

Viele Anleger hoffen auf Kursgewinne bei Aktien 

In erster Linie denken Anleger an Kursgewinne, wenn es um eine Aktienanlage geht. Die Wertpapiere werden stets zum aktuellen Kurs an der Börse gehandelt. Der Kurs wiederum resultiert aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Markt. Ist eine Aktie gefragt, steigt der Kurs und der Inhaber erzielt Gewinne. Auf der anderen Seite besteht bei Aktien immer auch ein Risiko, dass es zu Kursverlusten kommt.

Innerhalb einer langjährigen Betrachtung von mindestens zehn Jahre ist das Risiko von Kursverlusten bei einer Aktienanlage allerdings geringer, als dass der Anleger mit seinen Wertpapieren Kursgewinne erzielt. Immer mehr Anleger möchten bei Aktien allerdings noch von einer weiteren Ertragsform neben den Kursgewinnen profitieren, nämlich von der Dividende. Aussagekräftig ist allerdings nicht die nominale Dividende, sondern stattdessen die Dividendenrendite.

Was ist eine Dividende, was die Dividendenrendite?

Die Dividende ist eine Ausschüttung seitens der Aktiengesellschaft. Mit der Dividende möchte die AG ihre Aktionäre am positiven Jahresergebnis beteiligen. In manchen Fällen schütten Aktiengesellschaften sogar unter der Voraussetzung eine Dividende aus, obwohl ein Verlust verbucht werden musste. Die Regel ist allerdings die Dividende als Anteil am erzielten Gewinn des Unternehmens. Ob eine Dividende ausgezahlt wird und wie hoch diese ausfällt, wird auf der einmal pro Jahr stattfindenden Hauptversammlung der Aktiengesellschaft beschlossen. Verkündet wird dann die Dividende pro Aktie, beispielsweise 1,50 Euro je Aktie.

Im Gegensatz zur Dividende ist die Dividendenrendite ein Maßstab dafür, wie attraktiv die Dividende ist und welche Rendite der Anleger damit erzielen kann. Die Dividendenrendite setzt den aktuellen Kurs des jeweiligen Wertpapiers in ein Verhältnis zur nominalen Dividende, die seitens der AG gezahlt wird.

Die Dividendenrendite lässt sich anhand der folgenden Formel sehr leicht berechnen:

(Nominale Dividende je Aktie * 100) / Aktienkurs

Nehmen wir einmal an, Sie haben seit mehr als einem Jahr 20 Unternehmens-Aktien im Depot und die AG hat gerade die Auszahlung einer nominalen Dividende in Höhe von 0,80 Euro beschlossen. Der aktuelle Kurs der Unternehmens-Aktien bewegt sich im Bereich von 11,20 Euro. Nun möchten Sie als Anleger wissen, wie attraktiv die Dividende in Höhe von 0,80 Euro pro Aktie eigentlich ist.

Dazu müssen Sie lediglich anhand der zuvor aufgeführten Formel die Dividendenrendite ermitteln, nämlich:

(0,80 € * 100) / 11,20 € = 7,14 %

Sie wissen jetzt also, dass die nominale Dividende in Höhe von 0,80 Euro auf Grundlage des aktuellen Kurses zu einer Dividendenrendite in Höhe von gut 7 Prozent führt.

Wann steigt oder fällt die Dividendenrendite?

Wenn Sie sich die zuvor genannte Formel einmal etwas näher betrachten, werden Sie feststellen, dass die Höhe der Dividendenrendite von zwei Variablen abhängt. Zum einen ist dies die nominale Dividende, welche die Aktiengesellschaft je Aktie zahlt. Zum anderen hat auch der Aktienkurs einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Dividendenrendite. Daraus lässt sich ableiten, dass die Dividendenrendite steigt, wenn die AG entweder eine höhere nominalen Dividende als im Jahr zuvor ausschüttet oder der Kurs im Vergleichszeitraum gesunken ist. Eine schlechtere Dividendenrendite zeigt sich hingegen dann, wenn die AG die nominale Dividende entweder reduziert hat oder der Aktienkurs in der Vergangenheit gestiegen ist.

Es ist durchaus etwas paradox, dass die Dividendenrendite umso höher ausfällt, desto deutlicher der Aktienkurs in der Vergangenheit gesunken ist. Dadurch wird leider die Aussagekraft der Dividendenrendite etwas verwischt. Es gibt nämlich daraus resultierend einige Aktien, die zwar eine überdurchschnittlich hohe Rendite bei der Dividende aufweisen. Diese überdurchschnittliche Dividendenrendite ist allerdings manchmal nicht auf eine besonders attraktive nominale Dividende zurückzuführen, sondern ausschließlich auf deutliche Kursverluste. Der Anleger kann sich dann zwar über eine augenscheinlich attraktive Dividendenrendite freuen, hat allerdings zuvor teilweise deutliche Kursverluste erlitten. Aus dem Grund ist nicht automatisch jede Aktie mit einer attraktiven Dividendenrendite gleichzeitig ein sogenannter Dividendentitel.

Was zeichnet einen Dividendentitel aus?

Dividendentitel ist die Bezeichnung für Aktien, die sich durch eine besonders gute Dividendenrendite auszeichnen können. Allerdings gehört zu dieser Bezeichnung noch mehr, damit sich die Aktie als dividendenstarkes Wertpapier bezeichnen darf. In der Regel sind es die folgenden Merkmale, die ein echter Dividendentitel aufweisen muss:

  1. Kontinuierlich stabile oder steigende nominalen Dividende (über Jahre hinweg)
  2. Geringe Volatilität beim Kurs / stabiler Aktienkurs
  3. Aktiengesellschaft seit Jahren erfolgreich am Markt
  4. Überdurchschnittlich gute Dividende im internen Branchenvergleich

Insbesondere der zuletzt aufgeführte Punkt ist sehr interessant. In der Regel macht man die Attraktivität einer Dividendenrendite nämlich davon abhängig, wie die Aktie im internen Branchenvergleich abschneidet. Diese Vorgehensweise ist deshalb sinnvoll, weil sich die durchschnittlichen Dividenden und damit auch die durchschnittlichen Dividendenrenditen je nach Branche stark voneinander unterscheiden können. Zudem ist es aus dem zuvor genannten Grund wichtig, dass die AG nicht nur eine nominal attraktive Dividende ausschüttet, sondern sich der Aktienkurs stabil zeigt. Würde sich die gute Dividendenrendite nämlich nur aufgrund in der Vergangenheit gefallener Kurse ergeben, würde es sich nicht um einen echten Dividendentitel handeln.

Wie können Anleger in dividendenstarke Aktien investieren?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie als Anleger von einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite bei bestimmten Aktien profitieren und somit in Dividendentitel investieren können. In der Übersicht stehen insbesondere die folgenden Optionen zur Verfügung:

  • Einzelne Dividendentitel erwerben
  • Aktienfonds mit Schwerpunkt Dividendentitel (Dividendenfonds)
  • ETF-Fonds mit Dividendenindex als Basis

Neben der Selektion einzelner Dividendentitel gibt es also für Anleger die Möglichkeit, stattdessen in bestimmte Aktienfonds zu investieren. Dabei müssen Sie darauf achten, dass es sich um sogenannte Dividendenfonds handelt. Dies sind Aktienfonds, die bewusst ausschließlich oder zumindest zum großen Teil nur dividendenstarke Aktien in ihr Portfolio aufnehmen. Alternativ existieren am Markt Indexfonds (ETFs), die sich auf einen sogenannten Dividendenindex beziehen. Dieser wiederum beinhaltet ausschließlich Dividendentitel, also Aktien mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite.

Insgesamt lässt sich zum Thema Dividendenrendite bei Aktien festhalten, dass diese Ertragsform in den vergangenen Jahren bei immer mehr Anlegern einen größeren Stellenwert hat. Dabei steht insbesondere die Stabilität des Ertrages im Vordergrund, die bei Kursgewinnen oftmals in der Form nicht gegeben ist. Aber auch immer mehr institutionelle Investoren und Fonds interessieren sich für Dividendentitel als Depotbeimischung oder Hauptbestandteile ihres Portfolios.